HAYDNS BRAUT

LUIGI BOCCHERINI (1743 – 1805)

Sinfonie Nr. 14 in A Dur op.21/6, G. 498

 

JOSEPH HAYDN (1732 – 1809)

Cellokonzert in D Dur Hob. VIIb:2

 

WOLFGANG A. MOZART (1756 – 1791)

Divertimento in D-Dur KV 334 für Streicher und zwei Hörner

 

Haydns Braut? Der italienische Violinist Giuseppe Puppo (1749-1827) bezeichnete in einem einstmals berühmten Kommentar Boccherini als «Haydns Braut» und meinte damit nicht etwa das «Coming-out» einer bisher unbekannten Beziehung zwischen den beiden Komponisten, sondern die unbestreitbare Sanftheit,
Bescheidenheit und Behutsamkeit in Boccherinis Musik und Persönlichkeit. Boccherini komponierte über 40 Symphonien, selten gespielte musikalische Kostbarkeiten.

Mit Erich Höbarth als ausgesprochen versiertem Gestalter der Musik der Wiener Klassik führen wir seit 2012 in einem umfassenden Zyklus sämtliche Solokonzerte von Joseph Haydn auf. Von 2000 bis 2009 künstlerischer Leiter der CAMERATA BERN, übt Erich Höbarth seit dem Tod von Nikolaus Harnoncourt diese Funktion im Concentus Musicus Wien aus.

Kurz vor der Komposition seines Cellokonzertes in D-Dur hatte Haydn W. A. Mozart kennengelernt und mit ihm regelmässig Streichquartett gespielt. Von seinem jüngeren Kammermusikkollegen lernte Haydn die Melodik der schnellen Sätze singend zu gestalten. Sein Cellokonzert in D-Dur ist von weichen, geschmeidigen Melodien geprägt.
Nach dem Studium bei den angesehensten Cellisten hatte Julian Steckel das Bedürfnis nach neuen und anderen Blickwinkeln und beschloss, sein Studium bei der Geigerin (und CAMERATA BERN Leiterin) Antje Weithaas an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» in Berlin weiterzuführen. Der erste Preis
beim Internationalen ARD-Wettbewerb 2010, bei welchem er zusätzlich den Publikumspreis sowie den Sonderpreis des Münchner Kammerorchesters erhielt, bedeutete für Julian Steckel den Sprung in den kleinen Kreis der international gefragtesten Cellisten.

Mozart komponierte sein Divertimento KV 334 für Streicher und zwei Hörner während einer schwierigen Lebensphase. Seine Mutter war während seiner Reise nach Paris gestorben, mit der wankelmütigen Sopranistin Aloysia Weber hatte er Liebe gefunden und wieder verloren, und er stritt sich beinahe unaufhörlich mit
seinem Vater. Noch im erzbischöflichen Dienst in Salzburg, jedoch zunehmend frustriert, komponierte er weiterhin unwiderstehliche Musik. Dieses Werk illustriert und veranschaulicht musterhaft, wie trotz bescheidenen instrumentalen Ressourcen Grosses entstehen kann.

Programmtext von Annamaria Savona (Redaktion: Sascha Wegner)